2004-04

Tourismus

 


Wie sehen die Drei Schluchten des Yangtses heute aus?

 

Text: Wang Yongqiang Fotos: Zhou Xuezhong


 

 

Satellitenbild des im Bau befindlichen Staudamms des Drei-Schluchten-Wasserbauprojektes
Dieser pilzfärmige Stein am Ufer des Yangtses bei Yichang ist hundert Tonnen schwer.

 

Qidaomen, ein Abschnitt der Xiling-Schlucht

 





Der 6300 km lange Yangtse ist Chinas grääter Strom und nach dem Nil und dem Amazonas der drittgrääte Fluss der Welt. Er entspringt auf der Qinghai-Tibet-Hochebene und flieät ostwärts durch Qinghai, Tibet, Sichuan, Chongqing, Yunnan, Hubei, Hunan, Jiangxi, Anhui und Jiangsu und mündet bei Shanghai ins Ostchinesische Meer. Seine weltbekannten Drei Schluchten - die Qutang-, Wuxia- und Xiling-Schlucht, bilden einen 193 km langen Abschnitt zwischen Fengjie der Stadt Chongqing im Westen und Nanjinguan bei Yichang der Provinz Hubei im Osten. Dieser Flussabschnitt stellt mit seiner bildschänen Landschaft eine groäe Attraktion für Touristen dar. Das im Bau befindliche Drei-Schluchten-Wasserbauprojekt ist das grääte Wasserkraftwerk-Projekt der Welt. Sein Staudamm ist 2300 m lang und 185 m hoch. Der Wasserstand des Staudamms wird im Jahre 2007 156 m und im Jahre 2009 175 m erreichen. Als der Staudamm im Juni 2003 in Betrieb genommen wurde, erreichte der Stand des Wasserstaudamms 135 m und die Fläche des Staubeckens 1084 Quadratkilometer. Wie sehen die Drei Schluchten heute ausä Mit dieser Frage brachen wir vor kurzem zu einer Reise durch die Drei Schluchten auf:


Wir fuhren von Chaotianmen der Stadt Chongqing aus stromabwärts. Unterwegs sahen wir die Baiheliang-Steinschnitzereien bei Fuling, die ,,Gespenster-Stadt" bei Fengdu, den Tempel für Zhang Fei bei Yunyang, die Stadt Baidi und die ,,Acht-Diagramme-Kampfstellung" bei Fengjie. Dann fuhr unser Dampfer in die Qutang-Schlucht, die erste der Drei Schluchten, ein. Sie nimmt ihren Anfang im Westen bei der Stadt Baidi im Kreis Fengjie und endet im Osten bei Daxi im Kreis Wushan. Mit einer Länge von 8 km und einer Breite von 150 m ist sie die kürzeste und auch engste der Drei Schluchten. Sie bildet das westliche Tor der Drei Schluchten und wird Kuimen genannt. Die Berge an beiden Seiten dieser Schlucht sind heute noch 1000 bis 1500 m hoch.


Die Wuxia-Schlucht beginnt im Westen an der Mündung des Daning-Flusses in den Yangtse im Kreis Wushan und erstreckt sich 44 km ostwärts bis Guandu im Kreis Badong der Provinz Hubei. Sie ist heute noch die anmutigste der Drei Schluchten. Ihre vielen Windungen bieten ein herrliches Panorama. An ihren beiden Seiten liegen die berühmten Gipfel des Wushan-Berges, von denen der Feen-Gipfel am bekanntesten ist. Auf diesem Gipfel ragt eine hohe Steinsäule auf, die von weitem gesehen wie ein schänes Mädchen aussieht. Heute, nachdem der Wasserstand des Staubeckens 135 m erreicht hat, ist der Feen-Gipfel noch 922 m hoch.


Die Xiling-Schlucht zwischen Xiangxi im Kreis Zigui und Nanjinguan der Stadt Yichang ist 76 km lang. Sie liegt ganz in der Nähe des Drei-Schluchten-Wasserbauprojektes. Mit ihren zahlreichen versteckten Felsklippen war sie früher der gefährlichste Abschnitt. Heute sieht das ganz anders aus, die Berge an dieser Strecke sind nur noch 500 m hoch.


Von Fachleuten erfuhren wir, dass der Wasserstand der Drei Schluchten nach dem Jahre 2009 noch häher als heute ist. Aber alljährlich zur Regenzeit, also von Mai bis Juli, sinkt der Wasserstand des Staubeckens von 175 auf 145 m. Wenn man zu dieser Zeit hierher kommt, kann man wieder die ehemalige Schluchtenlandschaft bewundern.


Mit dem Bau des Staudamms sind hier viele neue Sehenswürdigkeiten entstanden. Zum Beispiel kann man heute eine Schiffsreise durch die Drei Kleinen Schluchten des Madu-Flusses, einem Nebenstrom des Yangtses, unternehmen. Mit der Hebung des Wasserstandes sind immer mehr Berggipfel zu Inseln geworden.
Besonders erwähnenswert ist der 2300 m lange Staudamm. Von weitem betrachtet sieht er wie eine ,,Groäe Mauer auf dem Wasser" aus. Heute ist er eine neue touristische Attraktion der Drei Schluchten. In der Nähe des Staudamms wurden mit einer Gesamtinvestition von 390 Millionen RMB viele touristische Einrichtungen gebaut, darunter ein Beobachtungsturm und ein Touristenkai bei Zigui, die Altstadt Guizhou und die alten Wohnungen in Qingtan.


Ferner entstanden an häher gelegenen Berghängen viele neue Siedlungen für Umsiedler. Diese Siedlungen mit ihren weiäen Wänden und schwarzen Dachziegeln bilden einen starken Kontrast zu den roten Blumen und grünen Bäumen ihrer Umgebung.


Zur Verbesserung der ärtlichen Verkehrslage werden hier in nächster Zukunft eine Autobahn und eine S-Bahn fertig gestellt werden. Das bedeutet, dass man später auch mit dem Zug oder Bus durch die Drei Schluchten reisen kann.