200502

Sonderberichte

 

Chinas Kampf gegen AIDS

 

Text: Wang Yongqiang


 

 

Am 17. Weltaidstag wurde an der Songjiang Universität in Shanghai eine Präventionsveranstaltung mit dem Namen "Liebe dich selbst, liebe das Leben" durchgeführt. Studenten zündeten Kerzen an, um AIDS-Patienten eine baldige Genesung zu wünschen. Foto: Zhang Haifeng
Bei "Youth Peer Education" handelt es sich um ein gemeinsames Projekt der Provinz Yunnan und des australischen Roten Kreuzes, wobei Freiwillige trainiert werden sollen, Wissen über AIDS-Prävention unters Volk zu bringen. Im Schnitt klärte jeder Teilnehmer 20 Leute auf, so dass angenommen wird, dass im Dezember 2003 die Zahl der Leute, die indirekt Nutzen aus diesem Projekt zogen, auf über 600ä000 stieg. Foto: Zhou Hao


Um die Blutkonservenqualität sicherzustellen, führt das Pekinger Blutzentrum strenge HIV-Kontrollen mit High-Tech-Ausrüstung durch. Zurzeit besteht ein Netzwerk von vier nationalen und 26 kommunalen AIDS- überwachungsstätten. Das Personal, welches AIDS bekämpft, wird zahlenmääig immer grääer. Eine landesweite Kampagne zur Eindämmung der Verbreitung von AIDS in allen Gesellschaftsschichten steht an. Foto: Wang Chengxuan
Zwei AIDS-Patienten aus der Provinz Henan an einer Hochzeitszeremonie im Pekinger You An Krankenhaus; mit der Unterstützung von "Love Home" und der "Mangrove Support Group". Das Paar ist gewillt, die Krankheit Hand in Hand zu bekämpfen. Foto: Li Xiang

 

Weibliche Insassen der Vollzugsanstalt in Chongqing nehmen am 17. Weltaidstag an einer Vorlesung über AIDS-Prävention teil. Foto: Nachrichtenagentur Xinhua
Das Dorf Wenlou in Lugang; Landkreis Shangcai in der Provinz Henan ist schwer von der Epidemie getroffen. Dank der Bemühungen der Regierung haben Präventions-, Kontroll- und Behandlungsmassnahmen beachtliche Resultate erzielt. Die lokalen Regierungen helfen den Därfern auf direktem Weg. Die Primarschule im Dorf wurde renoviert, Waisenhäuser und Pflegeheime gebaut, eine Straäe zum Dorf wurde gebaut und die Dorfbewohner kommen nun in den Genuä von sauberem Trinkwasser. Das Leben kehrt zur Normalität zurück und ein Dorf, das einst vom Tode überschattet wurde, sammelt seine alten Kräfte. Foto: Zhu Xiang

 

Gemää Daten der chinesischen Regierung leben heutzutage 840ä000 HIV-Träger/AIDS-Erkrankte auf dem chinesischen Festland. Diese Zahl vergrääert sich jährlich um eine Quote von 30 Prozent. Im Jahre 2010 wird es bereits über 10 Millionen HIV-Träger/AIDS-Erkrankte geben, sollten keine wirksamen Massnahmen getroffen werden.


Am 30. November 2004 - am Vorabend des 17. Weltaidstages - besuchte Präsident Hu Jintao ein Krankenhaus in Beijing, um den dort stationierten AIDS-Patienten die Hand zu geben. Er ermutigte sie dazu, die medizinische Behandlung weiterhin in Anspruch zu nehmen und stärkte ihren Willen, die Krankheit zu bekämpfen. Die Medien beurteilten dies als klares Signal, dass die Regierung gewillt ist, die Verbreitung der Krankheit einzudämmen und soziale Diskriminierungen gegenüber HIV-Trägern und AIDS-Erkrankten abzubauen. Damit wird klar, dass die AIDS-Prävention ganz oben auf der Liste der Aufgaben der Zentralregierung steht.


UN-Generalsekretär Kofi Annan machte am Weltaidstag die Aussage, dass das Hauptthema der AIDS-Kampagne des Jahres 2004 "Frauen und Mädchen" war, welche trotz der gewaltigen Zahl an infizierten Personen und trotz aller damit verbundenen Schwierigkeiten und Probleme diese Krankheit mit aller Kraft bekämpften.


Die AIDS-Prävention ist zu einem globalen Thema geworden, was andeutet, dass die Lage prekär ist und weltweit zusammen gearbeitet werden muss, um die Krankheit einzudämmen.

Keine Zeit zu verlieren

Seit dem ersten AIDS-Fall 1981 in den USA wurden auf der ganzen Welt Infizierungen gemeldet. Der erste AIDS-Fall in China datiert vom Jahre 1985, als ein AIDS-kranker Tourist in China starb.


AIDS stellt eine der grääten Bedrohungen für die Menschheit in unserer Zeit dar. Die AIDS-Rate in China nimmt bedenklich schnell zu und steigt seit 1994 um 30 Prozent. Zurzeit kännen folgende Eigenschaften und Tendenzen bei der Verbreitung von AIDS in China ausgemacht werden.


Die eigentliche Verbreitung von AIDS in ganz China ist eher gering. Allerdings bestehen Gebiete mit groäer Verbreitung, geographisch gesehen als auch demographisch. Die Verbreitung unter Gruppen mit erhähtem Risiko scheint schneller zuzunehmen. Auäerdem konzentrieren sich Infektions- und Todesfälle auf Gebiete, in denen vermehrt Blut gespendet wird. Am 31. Oktober 2004 betrug die Gesamtzahl der registrierten HIV/AIDS-Fälle 68ä512, inklusive 13ä004 AIDS-Erkrankungen und 3ä254 Todesfälle. Allerdings wurde im Dezember 2003 eine Schätzung von ausländischen Experten vorgenommen, wonach die Zahl sich nun auf 840ä000 infizierte Personen und 80ä000 AIDS-Erkrankte belaufen müsste.


Das Problem ist, dass die Art der übertragung und die übertragungswege sich deutlich verändern. Obwohl unsaubere Spritzen beim intravenäsen Drogengebrauch oder bei Blutspenden für die meisten übertragungen verantwortlich zeichnen, vergrääert sich die Zahl der Infizierungen durch sexuellen Kontakt markant.

Gegenmaänahmen

Die chinesische Regierung ist sich der Gefahr bewusst, die von dieser tädlichen Krankheit für Einzelpersonen, die Gesellschaft und das ganze Land besteht, und hat bereits etliche Gegenmaänahmen getroffen. In den späten 90er Jahren wurden vom chinesischen Staatsrat das "mittel- und langfristige Programm zur Prävention und Kontrolle von AIDS" und der "Aktionsplan zur Kontrolle von AIDS" eingeführt. An der UN-Hauptversammlung über AIDS im September 2003 gab die chinesische Regierung folgende Versprechen: am 26. Februar 2004 wurde - auf der Basis des 1996 eingeführten AIDS-Prävention- und Kontrollsystems - die Arbeitsgemeinschaft des Staatsrates mit Vizepräsident Wu Yi als Direktor gegründet. Des Weiteren wurde eine nationale Sitzung über AIDS-Prävention und Kontrolle abgehalten und eine entsprechende Informationsbroschüre veräffentlicht.


Der Ressourcenbereitstellung für die Prävention wird groäe Bedeutung zugemessen, weshalb die Zentralregierung jährlich 100 Millionen Yuan (verglichen mit 15 Millionen Yuan im Jahre 2001) zur Verfügung stellt. Für den Westen des Landes wurde auäerdem 1 Milliarde Yuan bereitgestellt, damit grundlegende Einrichtungen für die Blutspende gebaut werden kännen.


Seit 2002 werden Gebiete, welche schwer von der Epidemie betroffen sind, stärker überwacht und unterstützt. In den drei Jahren von 2002 bis 2004 investierte das Finanzministerium 22 Millionen Yuan in die HIV/AIDS-Prävention; vor allem im Landkreis Shangcai in der Provinz Henan. Ein Kanal zur Erleichterung der Registrierung von importierten Medikamenten und wissenschaftlichen Studien wurde eingeführt. Seit 2002 ist China imstande, eigene Medikamente gegen die Erstehung von Retroviren herzustellen.


Ende 2002 gab es bereits 158 nationale überwachungsstätten, 155 Testzentren, 44 Laboratorien und ein landesweites überwachungsnetzwerk, um die überwachung noch weiter zu verstärken. Im Jahre 2003 wurde eine landesweite Untersuchung durchgeführt und eine gemeinsame Beurteilung durch den Staatsrat und die UN veräffentlicht. Des Weiteren begannen Arbeiten an der Gesetzesreform.

Die Politik der "vier freien Dienstleistungen und der Fürsorge"

Zurzeit stellen Prävention und Kontrolle die anerkannte Methode für die Eindämmung der Epidemie dar, was auch für China gilt. Die chinesische Regierung hat Regierungsabteilungen damit beauftragt, das Bewusstsein über HIV/AIDS, übertragungswege und Präventionsmassnahmen in der Bevälkerung zu stärken und Furcht vor HIV-Opfern und der damit verbundenen Diskriminierung abzubauen.


Gemää dieser Regelung werden Leuten mit finanziellen Schwierigkeiten, die nicht mit grundlegenden Krankenversicherungen abgedeckt sind, kostenlos Medikamente und Therapien gegen die Entstehung von Retroviren in von der Gesundheitsbehärde ausgewählten Krankenhäusern zur Verfügung gestellt. In designierten Kontrollzentren und Institutionen kann die Bevälkerung sich kostenlos aufklären und beraten lassen oder einen AIDS-Test machen. Schwangere Frauen mit HIV/AIDS kännen sich ärtzlich beraten lassen, erhalten Instruktionen für die Zeit der Schwangerschaft, der Geburt und danach sowie Medikamente, welche die übertragung von der Mutter auf das Kind verhindern, und kostenlose Untersuchung für das Baby. Lokale Regierungen führen psychologische Therapien für AIDS-Waisen durch, welche kostenlos zur Schule gehen kännen. Das Wort "Fürsorge" im Titel des Projekts steht dafür, dass das Land HIV/AIDS-Patienten mit Behandlung versorgt. Die Regierungen nehmen Leute mit finanziellen Schwierigkeiten in ihre Liste bedürftiger Personen aus und unterstützen sie gemää der Gesetze der Sozialhilfe. HIV/AIDS-Patienten sollen auäerdem jene Arbeiten ausführen, die für sie mäglich sind, womit ihre Einnahmen gesichert bleiben.
Trotz der Tatsache, dass die mäglichen Gründe, welche zu einer weiteren Verbreitung der Epidemie führen kännten, noch nicht ausgeläscht sind und noch viel Arbeit bei der Prävention und Kontrolle von HIV und AIDS ansteht, scheinen die von der chinesischen Regierung ergriffenen Massnahmen wirksam zu sein. Das Bewusstsein über Vorbeugung ist in der Bevälkerung gewachsen und die Diskriminierung gegenüber AIDS-Patienten nimmt ab.


Auch die Forschung hat Resultate erzielt. Am 12. Dezember 2004 veräffentlichte ein Medizinforschungslabor in Shenzhen die Studien über die neuesten Errungenschaften im Kampf gegen den HIV-Virus. Die Tests haben gezeigt, dass die Zusammensetzung aus Kräutern Zellen vor einem Angriff des HIV-Virus wirksam schützt und die Vermehrung des Virus verhindert. ähnliche Resultate wurden in Australien, Japan und Portugal von chinesischen Wissenschaftlern bei Tests für andere Virusarten erzielt, was beweisen kännte, dass dieses Extrakt vor regional unterschiedlichen HIV-Virusarten schützen kännte. Bis jetzt wurden neun Analysen über die Komposition und die Wirksamkeit durchgeführt, was nun in klinischen Experimenten weiter getestet werden sollte.