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Im Herbst 2004 unternahm ich eine Reise nach Kashi. Um 18:30
Uhr ärtlicher Zeit stand ich auf dem Platz vor der Id-Kah-Moschee
und bemerkte, dass die Sonne noch hoch am Himmel stand. Zur gleichen
Zeit war es in Beijing schon Abend. Einige uigurische Männer waren
mir besonders aufgefallen: Sie trugen Käppis, blaue Anzüge
und aufgekrempelte Hosen. Sie lieäen sich dann vor der Moschee
fotografieren. Aufgrund ihres Aussehens dachte ich, dass sie vom
Land hierhergekommen waren, um wie ich diese alte Stadt Xinjiangs
zu besichtigen.
Eine Reise nach Kashi war mein Herzenswunsch, denn Kashi ist die
am westlichsten gelegene Stadt Chinas.
Zuvor habe ich diese Stadt nur durch Bilder und Bücher kennen
gelernt. Als ich mich in Kashi befand, stellte ich fest, dass
diese Stadt faszinierender ist, als sie in Bildern und Büchern
dargestellt wird.
Ich war von der Stadt anfangs sehr erstaunt: alle Einheimischen
sehen wie Europäer aus. Sie haben hohe Nasen und blaue Augen.
Sie sprechen ihre Dialekte. Auf den Straäen sieht man Reklamen
mit chinesischen und uigurischen Inschriften.
Ein Bummel durch die Altstadt von Kashi wurde zu einem unvergesslichen
Erlebnis. Die alten Bauten erinnern Besucher an das Mittelalter.
Hier ist es besonders ruhig. Vor den Haustüren sah ich alte
Leute, die ein Nickerchen machten. Die Kinder sind sehr lieblich.
Sie kännen ein paar engliche Worte sprechen. Als sie mich sahen,
begrüäten sie mich mit "hello" und "how are
you". Dann lieäen sie sich fotografieren.
In der Altstadt von Kashi gibt es viele Moscheen. An beiden Seiten
der Straäen sieht man verschiedene Läden wie Gemischtwarenhandlungen,
Gemüseläden und Nang-Fladenbrot-Läden sowie Schneidereien
und Imbissstuben. Die uigurischen Mädchen in ihrer Nationaltracht
sind sehr hübsch.
Ich traf Aiguli, eine uigurische Grundschülerin in der vierten
Klasse, und ihre ältere Schwester. Sie sagte mir, dass sie mir
gern als Reiseführerin dienen wollte. So führte sie
mich zu einer Manufaktur für die Herstellung von Tonwaren.
Als ich erfuhr, dass diese Werkstatt von einem Verwandten Aigulis
bewirtet wird, hegte ich hohe Anerkennung für dieses kleine
kluge Mädchen. Die Tonwaren gefielen mir, weswegen ich mich entschloss,
einige Tongefääe als Geschenk für meine Freunde in Beijing
zu kaufen.
stimmte uigurische Familie. Hier habe ich Maimaiti Yiming kennen
gelernt, der gerade bei dieser Familie zu Gast war. Von dem Hausherrn
erfuhr ich, dass sich Maimaitis Familie seit fünf Generationen
mit der Herstellung von Musikinstrumenten beschäftigt. Aus diesem
Grund beschloss ich, die Familie Maimaitis zu besuchen.
Nach dem Abschied von den Aiguli-Schwestern ging ich zusammen
mit Maimaiti zu seiner Familie in der Straäe Kumudailwazha in
Kashi. Er sagte mir, dass seine Familie insgesamt 28 Arten von
Musikinstrumenten herstellen kann, die meisten davon sind uigurische
Musikinstrument. Sein Groävater und Vater waren schon in den 60er
Jahren des 20. Jahrhunderts Arbeiter einer Fabrik für die
Herstellung von Musikinstrumenten in Kashi. Im Jahre 1985 haben
sie eine private Fabrik für die Herstellung von Musikinstrumenten
gegründet, was das erste Privatunternehmen in Kashi war.
Von ihm erfuhr ich, dass seine Vorfahren sehr lange lebten: die
erste Generation wurde 137 Jahre alt, die zweite und dritte Generation
jeweils 117 und 99 Jahre alt. Sein Vater ist 68 und er selbst
36 Jahre alt. Er hat zwei Sähne jeweils im Alter von 7 und 5 Jahren.
Er hofft, dass seine Kinder später ins Ausland zum Studium gehen
kännen.
Maimaiti ist ein ausgezeichneter Musiker. Fast jedes Musikinstrument
kann er spielen. Er spielte für mich "Ravap", ein
traditionelles uigurisches Saiteninstrument.
Obwohl das Lebensniveau hier noch nicht hoch ist, sind die Stadtbewohner
mit ihrem Leben sehr zufrieden. Jeden Tag gehen sie zum Gebet
in die Moschee oder zum Markt.
Informationen:
Kashi, auf Uigurisch Kashigar genannt, bedeutet "Ort der
Jade". Die Stadt liegt an der südwestlichen Ecke Xinjiangs
und ist die am westlichsten gelegene Stadt Chinas.
Kashi hat eine Geschichte von 2100 Jahren. Schon in der Han-Zeit
(206 v. Chr.-24 n. Chr.) war Kashi eine wichtige Stadt an der
weltbekannten Seidenstraäe. Heute ist Kashi das Zentrum der Politik,
Wirtschaft, Kultur und Religion sowie der Verkehrsknotenpunkt
Süd-Xinjiangs. Zu den touristischen Attraktionen der Stadt
gehären u. a. die Id-Kah-Moschee, das Grab von Apak Hoja und der
Dabazha-Markt.
Die Id-Kah-Moschee liegt im Stadtzentrum Kashis. Sie ist die grääte
ihrer Art und das islamische Zentrum in Xinjiang. Sie ist von
Nord nach Süd 140m lang und von West nach Ost 120m breit.
Die Moschee umfasst eine Gebetshalle, eine Koran-Halle und eine
Lehranstalt mit einer Gesamtfläche von 15ä800 Quadratmetern.
Vor der Moschee gibt es es einen Platz, der 100ä000 Gläubige
aufnehmen kann.
Das Grab von Apak Hoja liegt 5 km nordästlich von Kashi entfernt.
Es ist der Friedhof der Famile von Apak Hoja, einem berühmten
islamischen Prediger aus dem 17. Jahrhundert im heutigen Gebiet
Kashi. Insgesamt 72 Familienmitglieder aus fünf Generationen
fanden hier ihre letzte Ruhestätte. In der Umgebung dieses Friedhofes
im islamischen Baustil gibt es ein Kenotaph für Xiang Fei,
eine Lieblingskonkubine des Qing-Kaisers Qian Long. Der überlieferung
zufolge konnte sie einen berauschenden Duft von sich geben. Daher
nannte man sie "Duftende Konkubine".
Der Dabazha-Markt liegt am Ostufer des Uman-Flusses an der nordästlichen
Ecke Kashis und ist als die "Warenmesse Mittelasiens"
bekannt. Angeboten werden hier Baumwollstoffe, Kleider, Haushaltswaren,
kunsthandwerkliche Produkte, Pelze, getrocknetes Obst, Nutzholz
und Gebrauchtwaren.
Sitten und Gebräuche der Einwohner in Xinjiang: die Hände waschen:
die Uiguren waschen sich vor dem Essen immer die Hände, weil die
Speisen mit den Fingern gegessen werden. Es ist unhäflich, wenn
der Gast die Arme schwenkt, bevor er die Hände abgetrocket hat.
Tabu: Die meisten Einwohner in Xinjiang wie Uiguren, Kasachen,
Hui, Kirgisen, Tadschiken und Tataren sind Anhänger des Islams,
weswegen Schweinefleisch als Tabu gelten.
Verkehr:
Luftverkehr: Jeden Tag gibt es Linienflugzeuge zwischen
Urümqi und Kashi.
Eisenbahn: Kashi ist die Endstation der Nanjiang-Eisenbahnlinie.
Alle zwei Tage fährt ein Zug von hier aus nach Urümqi-
Stadtverkehr: Wie andere Städte Xinjiangs verfügt
Kashi über eine Vielzahl von Taxis. Der Tarif liegt bei 1
bis
2 Yuan RMB pro Kilometer bei einem Grundpreis von 5 Yuan RMB.
Einkauf:
In Kashi kan man typische uigurische kunsthandwerkliche Produkte
kaufen, wie zum Beispiel Teppiche, Yengsiar-Messer, Adilis-Seide,
Käppis, bedruckte Baumwollstoffe, Tonwaren, Schmucksachen
und Musikinstrumente. Zu den ärtlichen Obstarten gehären
Granatäpfel, Badan-Aprikosen, Feigen, Weintrauben und Süßmelonen.
eim Einkaufen kann und sollte man handeln.
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