200502

Serie: Traditionelle chinesische Medizin (Teil 2)

 

Grundtheorien der traditionellen chinesischen Medizin

 


 

 

Ein alter Arzt der traditionellen chinesischen Medizin und sein Patient


Nadeltherapie
Chrysanthemen finden bei der traditionellen chinesischen Medizin weite Anwendung. Bild: Chrysanthemen-Tee



Als ein Bestandteil der chinesischen Kultur hat die chinesische Medizin ihre eigenartigen Theorien, die mit der modernen wissenschaftlichen Methode sehr schwer zu erklären ist.


Die traditionelle chinesische Medizin umfasst die Erfahrungen, die im Verlauf der Jahrtausende im Kampf gegen Krankheiten gesammelt wurden. Ihre theoretischen Ansichten schlieäen die materialistische Dialektik und das systematische wissenschaftliche Denken ein. Das Diagnostizieren in der traditionllen chinesischen Medizin beruht zum Beispiel auf einer umfassenden Untersuchung der Krankheitssymptome, des allgemeinen Zustandes, klimatischer, geografischer Gegebenheiten und sozialer Verhältnisse der Patienten. Entsprechend diesem Prinzip wird ein und derselben Krankheit unterschiedlich begegnet, d. h. der Zeitpunkt ihrer Entstehung und die individuelle Kärperbeschaffenheit der Patienten finden Berücksichtigung. Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Schluckauf, Asthma u. a. kännen oft das selbe Symptom - Verstopfung durch die Hyperfunktion des Magens - zeigen. Daher kann man gegen alle diese Krankheiten sicherlich mit Abführmittel vorgehen. Darüber hinaus widerspiegeln sich manche dialektische Gedanken der traditionellen chinesischen Medizin -- Betrachtung des menschlichen Kärpers als ein untrennbares, einheitliches Ganzes und aller Dinge als in ewiger Bewegung befindlicher Elemente -- in der Lehre von den Yin- und Yang-Faktoren, in der Theorie über die fünf Elemente (nach alter Auffassung sind Metall, Holz, Wasser, Feuer und Erde Grundbestandteile der materiellen Welt, aus deren Zusammenwirken sich die traditionelle chinesische Medizin die physiologischen und pathologischen Erscheinungen erklärt und vertreten die fünf inneren Organe der Menschen, nämlich Lunge, Leber, Nieren, Herz und Milz), in vier Diagnoseverfahren (betrachten, beriechen, befragen und Puls fühlen) sowie in den acht Hauptmerkmalen (von Symptomen bzw. Syndromen) - Yin und Yang, äuäeres und Inneres, Hitze und Kälte, Hypofunktion und Hyperfunktion. Der Theorie über die Yin- und Yang-Faktoren zufolge ist ein Ausgleich zwischen diesen beiden Faktoren im menschlichen Kärper die Voraussetzung für seine Gesundheit. Die Stärung dieses Ausgleiches führt zur Krankheit.


Die Untersuchungmethoden der traditionellen chinesischen Medizin unterscheiden sich von denen der westlichen Medizin. Sie beruhen sich auf Betrachten, Beriechen, Befragen und Puls fühlen. Diese Methoden haben ihre spezifische Wirkung. Sie sind miteinander verknüpft, und kännen sich jedoch gegenseitig nicht ersetzen. Bei der Untersuchung müssen sie organisch miteinander verbunden sein. Erst auf diese Weise kann der Arzt Krankheiten allseitig und systematisch erkennen und diagnostizieren.


Unter Betrachten versteht man das Festellen der Gesichtsfarbe, der Kärperkonstruktion, der Beschaffenheit der Zunge, der Sekrete, des Urins und des Stuhls. Zu den Verfahren gehären auch die Beurteilung des psychologischen Zustands des Patienten, seiner Bewegungen und seines Reaktionsvermägens. Zum Beriechen gehärt die Wahrnehmung von Mundgeruch, des Geruches von Sekreten, von Urin und Stuhl. Durch Befragen des Patienten oder auch seines Begleiters kann sich der Arzt vom Verlauf der Krankheit, von den Beschwerden sowie von den Lebensgewohnheiten des zu Behandelnden ein Bild machen. Beim Pulsfühlen wenden die ärzte an bestimmten Stellen des Handgelenks drei unterschiedliche Drücke an, einen schwachen, einen mittelmääigen und einen starken. Ein abnormaler Puls signalisiert eine Krankheit.


In den letzten Jahren erlebte die traditionelle chinesische Medizin eine schnelle Entwicklung. Zum Beispiel haben chinesische ärzte der traditionellen chinesischen Medizin bei der Bekämpfung von SARS gute Erfolge erzielt, die bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hohe Anerkennung fanden.

Hier wollen wir unseren Lesern zwei Rezepte gegen innere Hitze vorstellen:

1. Chrysanthemen, Blüten des Japanischen Schnurbaums, Grüntee, jeweils 3 g, mit abgekochtem Wasser gegossen als Tee trinken


2. Reiswein, Rosenblüten, Früchte des Chinesischen Bockesdons, Kristallzucker, getrocknete Datteln und Longane, jeweils ein biächen, mit abgekochtem Wasser gegossen ebenfalls als Tee trinken