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Landwirte
der Gemeinde Mianzhu bei den Vorbereitungen auf das chinesische
Neujahrsfest. Die Gemeinde ist bekannt für ihre Neujahrsgemälde.
Foto: Mo Dingyou
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Die autonome tibetische
Präfektur Aba legt groäen Wert auf Tierstockhaltung.
Foto: Yin Gang
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Interview mit Zhu Guangyao
in seinem Haus. Seine Familie ist eine der größten
Getreideproduzenten in Jingyan, Leshan. Foto: Chen Jian
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Ein Getreideproduzent kauft
eine moderne Erntemaschine. Foto: Yin Gang
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Landwirte
der autonomen tibetischen Präfektur Aba in der Sichuan
Provinz bei der Gersteernte. Foto: Yin Gang
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Im Jahre 2004 verringerte die Zentralregierung die Landwirtschaftssteuer
- oder schuf sie in einigen Fällen sogar ganz ab - um die finanzielle
Bürde der Landwirte zu verkleinern und deren Lebensstandard
zu erhähen. Westchina besitzt eine Landbevälkerung von 300 Millionen
Menschen. Im Februar 2005 besuchten einige Reporter von China
Pictorial die Provinz Sichuan, um die Lebensbedingungen der Landwirte
genauer kennen zu lernen.
Die Stadt Mianzhu liegt im närdlichen Teil der Chengdu-Ebene und
circa 100 Kilometer von Chengdu, der Hauptstadt der Provinz, entfernt.
Hier wird neben zahlreichen anderen Produkten der berühmte
Jiannanchun-Schnaps hergestellt. Die Gegend verfügt ausserdem
über eine gute Landwirtschaftsinfrastruktur. Um die Lebensbedingungen
der Landwirte dieser Region zu verstehen, besuchten die Reporter
einige Gemeinden.
Wir besuchten zuerst das Dorf Guangming in der Gemeinde Qingdao,
welches nicht weit vom Zentrum Mianzhus entfernt liegt. Als wir
auf der Dorfstraäe entlangfuhren, fielen uns die vielen Treibhäuser
auf, die mit schwarzen Plastik- und Wachstüchern abgedeckt
sind, in denen laut Xu Yuanming Taxus-Bäume herangezüchtet
werden, deren Rinde für das Antikrebsmittel Paclitaxel (auch
als Taxol bekannt) verwendet wird.
Der Preis für Taxus-Schäälinge steigt im Verhältnis zur Inflation,
da das Mittel auf dem internationalen Markt sehr teuer ist. Heutzutage
kann ein Schääling für 3 Yuan verkauft werden, womit eine
Familie mit einem Treibhaus mehr als 10ä000 Yuan verdienen
kann. Mit dem Einkommen mehrerer Treibhäuser kann ein Landwirt
seiner Familie bald ein Zuhause im Wert von 80ä000 Yuan bauen.
Ebenfalls mit schwarzen Wachstüchern bedeckt sind die Pilztreibhäuser.
Ausserhalb der Saison pflanzen viele Landwirte in Mianzhu Pilze
an, da die Region im Winter über ein feuchtes Klima und ideale
Temperaturen verfügt. Die zentrale Regierung legt groäen
Wert auf die Produktion essbarer Pilze. In einer Reihe von einstäckigen
Häusern kann man viele Frauen beobachten, die vor den Treibhäusern
sitzen und Pilze aussortieren, welche gerade erst geerntet wurden.
40 Dorfbewohnerinnen sollen von dieser Pilzkultivierungsanlage
beschäftigt werden, weshalb diese Frauen ausserhalb der Landbearbeitungssaison
keine andere Arbeit zu suchen brauchen. Nachdem sie jeweils ihren
Lohn erhalten haben, gehen sie in den Stadtgebieten einkaufen
und führen somit ein Leben, das mit dem der Stadtmenschen
verglichen werden kann.
Der bodenständige und warmherzige Landwirt Zhang Fangfu ist ein
groäer Produzent von Pilzen in Qitian. Im Winter mietet er mehr
als 70 Mu (4,7 Hektare) an Reisfeldern von anderen Landwirten
zum Preis von circa 6 Yuan pro Mu. Er lässt das Wasser ablaufen,
sät Pilzsprässlinge und bedeckt die Felder mit Reisstroh. Ein
Mu Feld erzeugt einen Bruttogewinn von ungefähr 8ä000 Yuan
und einen Nettoprofit von 1ä000 Yuan, was Zhang ein Jahreseinkommen
von circa 100ä000 Yuan einbringt. Gemää der Aussagen von
Herrn Zhang unterstützt ihn die lokale Regierung dabei, seine
Produktion zu vergrääern und mehr Landwirte anzustellen, womit
auch das Problem der Arbeitslosigkeit unter Landwirten behoben
werden soll. Die Regierung hilft ihm dabei, Bankkredite aufzunehmen
und finanziert ihn mit 50 Yuan pro Mu.
Während der betriebsamen Erntezeit holt Herr Zhang mehr als 5ä000
Kilogramm an Pilzen pro Tag ein. Manchmal verkauft er die Pilze
persänlich auf Märkten und hat mit der Jinpeng Company aus seiner
Nachbarschaft einen Vertrag abgeschlossen, welche alle seine Pilze
aufkauft und ihn im Bereich Einkauf und Transport finanziell unterstützt.
Allerdings kümmert sich Herr Zhang um die Klimaveränderungen
und den Preisanstieg. 2004 stiegen die Preise für Arbeitskräfte
und Düngemittel derart stark an, dass er mit Mehrkosten von
400 Yuan pro Mu im Vergleich zum Vorjahr zu kämpfen hatte.
Die Jinpeng Company gab uns eine kurze Tour durch ihre regsame
Anlage. Gemää der Aussagen des Generaldirektors sollen die Pilze
sogar bis nach Kanada verkauft werden, weswegen jetzt auch der
amerikanische Markt eräffnet werden soll. Die ansteigenden Exportzahlen
werden den Wert der Pilze vergrääern, weshalb auch die Nachfrage
nach Rohstoffen steigen wird. Zurzeit kann die Produktion in Mianzhu
die Leistungskapazität der Firma nicht decken, weshalb auch andere
Gemeinden in der Nähe von Mianzhu mit dem Anbau von Pilzen angefangen
haben.
Die Lokalregierung unterstützt die Verarbeitungsbetriebe
beim Straäenbau, der Landpachtung, der Stromversorgung und der
Besteuerung. Die Firmen ihrerseits haben in den Bereichen technischer
Unterstützung, Ankauf und Kaufpreise Versprechen abgegeben,
womit die schlimmsten Sorgen der Pilzeanbauer beseitigt wurden.
Gemää eines lokalen Beamten der Stadtregierung Mianzhus unterlief
die Stadt in den letzten Jahren einer gewaltigen Entwicklung,
weswegen sich die Regierung auch entschied, die Landwirtschaft
zu unterstützen. 2004 wurden 60 Millionen Yuan der Einnahmen
der Stadt an die Subventionierung der Landwirtschaft abgegeben,
was einem Anstieg von 10 Millionen Yuan gegenüber dem Vorjahr
entspricht.
Bei diesem Betrag handelt es sich bei einer Stadt mit ungefähr
einer halben Million Einwohner wahrlich um keine kleine Summe.
Das Geld wurde vor allem dazu verwendet, die Landstraäen zu verbessern,
die Wassersparanlagen auszubauen, die Industrialiserung der Landwirtschaft
voranzutreiben, die Häuser der Landwirte zu renovieren sowie die
Ausbildung der Arbeitskräfte zu garantieren.Während unseres Aufenthalts
in Huayuan interviewten wir Herrn Liu Zhenghua, einen Vorsitzenden
des Dorfes, welcher aussagte, dass die Lokalregierung den Straäenbau
mit 60ä000 Yuan pro Kilometer subventioniere und ausserdem
einen 37 Kilometer langen Bewässerungskanal in U-Form errichten
liess und hierfür sämtliche Materialien zur Verfügung
stellte. Des Weiteren wurde den Landwirten beim Ausbau ihrer Behausung
geholfen.
Um das Anbaugebiet vergrääern zu kännen, ergriff die Lokalregierung
Subventionierungsmassnahmen, um Landwirte zum Bau von Häusern
zu ermutigen, was wiederum deren Lebensbedingungen verbessert
und um brach liegende Flächen wieder der Bebauung zur Verfügung
zu stellen. Zhang Changfu - Landwirt in Huayuan - besass 1.5 Mu
Wohnfläche (1ä000 Quadratmeter) und konnte mit den Subventionsgeldern
der Lokalregierung ein dreistäckiges Haus auf einer Fläche von
200 Quadratmetern errichten, wonach das Restgebiet in kultiviertes
Land umgebaut wurde, auf welchem nun Kartoffeln angepflanzt werden.
Auf diese Weise konnten in den letzten Jahren 27 Hektare Land
in Huayuan gewonnen werden.
Herr Zhang teilte uns mit, dass es sich seit 2004 wieder lohne,
Getreide anzubauen, da die Preise angestiegen sind und ein kleineres
Risiko als beim Früchteanbau bestehe. überschüssiges
Getreide kann acht bis zehn Jahre gelagert werden, Früchte
verderben allerdings bereits nach ein paar Tagen. Die Regierung
setzte ausserdem einen Schutzpreis für Getreide fest. Mit
der Einführung der Marktwirtschaft und den sich abzeichnenden
Trends auf dem Markt känne mit dem Anbau von Getreide wieder Geld
gemacht werden. Herr Zhangs Sohn interessierte sich allerdings
nicht so sehr für die Landwirtschaft und nahm eine Stelle
in Chengdu - der Provinzhauptstadt Sichuans - an, obwohl sein
Vater ihn über die Notwendigkeit der Landwirtschaft aufgeklärt
hatte.
Mianzhu ist eine der relativ reichen Gemeinden Westchinas. Wie
sieht die Situation in den eher ärmeren Gebieten aus ä Aus diesem
Grund besuchten wir die Berggemeinde Jingyan in der Provinz Sichuan.
Zhu Guangyao ist ein normaler Landwirt, ist 22 Jahre alt und lebt
in Jingyan. Er trifft in seiner Familie, welche sich auf den Anbau
von Getreide konzentriert, die Entscheidungen. 2004 kultivierte
seine Familie fünf Hektare Land. Aufgrund der guten Wetterbedingungen
fiel eine gute Ernte von circa 19ä000 Kilogramm an Getreiden
aus. Seine Familie züchtet auch Schweine. Seit dem letzten
Jahr sind die Preise für Landwirtschaftsprodukte kontinuierlich
angestiegen, weswegen sich das Einkommen der Familie im Vergleich
zu 2003 verdoppelt hat. Er erklärte uns, dass 2004 der Preis für
Getreide stark angestiegen sei und sich jetzt bei 156 Yuan pro
Kilogramm befinde, weswegen das Einkommen den Einnahmen der letzten
drei, vier Jahre entspreche. 2003 kultivierte er 2,8 Hektare Land,
2004 bereits fünf Hektare, wovon 0,8 Hektare der Familie
gehären. In der Erntezeit benätigt er die Hilfe anderer Leute.
Allerdings ist der Gewinn bei der Schweinezucht immer noch besser,
weshalb er plant, dieses Jahr noch mehr Schweineställe zu bauen,
eine bessere Rasse zu kaufen und mehr Schweine zu züchten.
Wir fragten Herrn Zhu, warum er nicht an einen anderen Ort gegangen
sei, um einen Job zu suchen. Ohne Ausbildung oder Beziehungen
sei es schwierig, eine Stelle zu bekommen. Viele seiner ehemaligen
Klassenkameraden, die jetzt an anderen Orten arbeiten, verdienten
nicht viel Geld. Deshalb sei es von Vorteil, sich auf die Landwirtschaft
zu konzentrieren. Einer seiner Cousins ist Landwirtschaftstechniker,
der ihm beibrachte, Schweine zu züchten und edle Rassen auszuwählen.
2004 wurde die Landwirtschaftssteuer in Sichuan erniedrigt und
2005 vollständig abgeschafft. Herr Zhu meint dazu: "2004
mussten wir 1ä200 Yuan Steuern bezahlen, was einer Verminderung
von 1ä000 Yuan gleichkam. Selbstverständlich sind wir Landwirte
froh darüber, dass die Landwirtschaftssteuer der Vergangenheit
angehärt".
Für einige Beamte ist die Abschaffung genau dieser Steuer
aber ein Dorn im Auge. Jingyan ist eine typische Landwirtschaftsgemeinde.
Gemää Yu Yingjun - Minister des Parteikomitees dieser Gemeinde
- flossen 2004 weniger als 40 Millionen Yuan in die Steuerkasse,
und die Einnahmen aus der Landwirtschaftssteuer machten satte
40 Prozent aus. Nach der Abschaffung dieser Steuer müssen
die Gemeinden einen anderen Weg suchen, um die Kassen klingeln
zu lassen, obwohl dieser Fehlbetrag subventioniert werden soll.
Ausserdem bestehen krasse Gehaltsunterschiede bei den Beamten
auf derselben Stufe: von 800 Yuan in Jingyan bis zu 2ä000
Yuan in der Stadt Leshan, lediglich 30 Kilometer von Jingyan entfernt.
Premier Hu Jintao liess verlauten, dass in der Anfangszeit der
Industrialiserung die Landwirtschaft die Industrie unterstützt
und der Industrie hilft, sich zu verbreiten, was man am Beispiel
der Entwicklung einiger Industrienationen ablesen känne. Ab einem
bestimmten Punkt beginne die Industrie, die Landwirtschaft zu
unterstützen. Ausserdem unterstützen die Städte die
ländlichen Gebiete, was zu einer ausgeglichenen Entwicklung der
Industrie und Landwirtschaft sowie der Städte und der Landgebiete
führe. Die Abschaffung der Landwirtschaftssteuer sei zweifelslos
von Vorteil für die Landwirte und übe einen positiven
Effekt auf die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinden der weniger
entwickelten Gebiete West- und Zentralchinas aus. Die wirtschaftliche
Entwicklung landwirtschaftlicher Gemeinden wie Jingyan zieht die
Aufmerksamkeit der Landesregierung auf sich.
In China ist es bitter nätig, den Unterschied zwischen den entwickelten
Gebieten Ostchinas und den weniger entwickelten Regionen Zentral-
und Westchinas zu verkleinern. Die Bemühungen der Regierung
in den letzten Jahren tragen erste Früchte. Und obwohl es
noch ein langer Weg sei, bevor auf den Gesichtern der 300 Millionen
starken Landbevälkerung Westchinas ein Lächeln zu vermerken ist,
ist die chinesische Regierung gewillt, diesen Weg zu gehen.
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