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Wie in der Provinz Jiangsu gibt es es heute in der Provinz Zhejiang
auch viele alte Bauten, die bekanntesten davon befinden sich im
Dorf Luzhai, 1,5 km ästlich von der Kreisstadt Dongyang entfernt.
Dongyang ist eine berühmte Kreisstadt in der Mitte Zhejiangs.
Wer einmal nach Dongyang reiste, will immer wieder zu diesem Dorf
zurückkehren. Wer die ärtlichen alten Bauten besichtigt hat,
wird für immer von der auäerordentlichen Kunstfertigkeit
fasziniert sein.
An einem Herbsttag im Jahre 2004 unternahm ich eine Dienstreise
nach Yiwu, einer Nachbarstadt von Dongyang, bekannt in China als
wichtiger Umschlagsort von Kleinwaren. Dann fuhr ich mit einem
Taxi nach Dongyang, um dort die alten Bauten des Dorfes Luzhai
zu besichtigen.
Als ich das Dorf Luzhai erreichte, sah ich überall alte Wohnhäuser
mit weiäen Wänden und schwarzen Ziegeldächern.
Das Dorf Luzhai ist nicht groä. Eine 500 Meter lange Straäe mit
dem Namen Laozhai teilt das Dorf in zwei Teile. Neben den alten
Wohnhäusern gibt es hier noch über 40 alte Gartenanlagen,
Lehranstalten und Tempel sowie 26 Ehrentorbägen auf einer Fläche
von insgesamt 23ä000 Quadratmetern. All diese alten Bauten
zeichnen sich durch die hohe Holz-, Ziegel- und Steinschnitzkunst
sowie die Malkunst aus. Im Jahre 1998 wurden diese alten Baukomplexe
vom Staatsrat zum Schwerpunkt des Denkmalschutzes erklärt.
Der historischen überlieferung zufolge wurde dieses Dorf
im Jahre 1456 errichtet. Damals diente es als Residenz eines hohen
Beamten mit dem Familiennamen Lu. Er stammte aus Zhuozhou der
Provinz Hebei und war ein Nachkomme von Lü Shang, einem Herzog
der Zhou-Dynastie (11. Jahrhundert-256 v. Chr.). Bis zur Zeit
der Qing-Dynastie waren viele seiner Nachkommen auch hohe Beamte
oder Gelehrte.
Die ehemalige Residenz der Familie Lu liegt an der Laozhai-Straäe.
Hier sah ich eine riesige Abschirmungsziegelwand mit geschnitzten
Zierfiguren von Fischen und Schreibutensilien. Dahinter liegen
zwei Ehrentorbägen mit jeweils drei chinesischen Schriftzeichen
"Da Fu Di" (Residenz des rangälteren Beamten). Dahinter
führt eine Schotterstraäe zum Baojie-Tor, dem Haupteingang
der Residenz. über dem Tor hängt eine horizontale Tafel,
deren Inschrift schildert, wie Mitglieder der Familie Lu von der
Ming-Zeit bis zur Regierungsperiode des Qing-Kaisers Guang Xu
die kaiserliche Prüfungen bestanden hatten und damit von
dem Kaiserhof zu Beamten ernannt wurden. Von der Geomantik her
gesehen, ist die geografische Lage dieser Residenz wunderbar.
Im Süden liegt der Bijia-Berg, an der ästlichen sowie westlichen
Seite flieäen zwei Flüsschen.
In diesem Dorf gibt es heute noch viele alte Bauten, darunter
die drei Hallen Fujing, Suyong und Shude sowie einen Ahnentempel.
All diese Bauten weisen den typischen Baustil Südchinas auf.
Erwähnenswert sind ihre Fenster, Balken und Säulen, die mit fein
geschnitzten Figuren von Blumen oder Vägeln dekoriert wurden.
Der historischen überlieferung zufolge war die Holzschnitzkunst
aus Dongyang schon in der Tang-Zeit (618-907) landesweit bekannt
und erlebte in der Qing-Dynastie ihre Blütezeit. Mitte der
Qing-Zeit wurden über 400 Holzschnitzkünstler aus Dongyang
und dem Kreis Chengxian der Provinz Zhejiang nach Beijing zum
Einsatz zum Bau des Kaiserpalastes geschickt.
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