200504
Wirtschaft

 

Die großen Modemacher entdecken China

 

Text: Wang Lei
Fotos: Imaginechina


 

 

Das internationale Model Meng Guangmei (Jessey Meng) auf einer Party von Louis Vuitton.
Die Armani-Flaggschifffiliale in Shanghai


Schmuck von Cartier.

Topdesignerin Madame Nelly Biche de Bere eräffnet ihr erstes Geschäft in Shanghai.

 

1978 erreichten die Produkte des bahnbrechenden Modemachers Pierre Cardin die Einkaufszentren Chinas. Die Nachfrage nach den kostspieligen Produkten in einer Gesellschaft, die einen Bärenhunger auf ausgeklügelte Kleidung hatte, übertraf alle Erwartungen. Pierre Cardin wurde die Marke für modebewusste Chinesen. Aber das war erst der Anfang.


27 Jahre später kännen in den scheinbar unzählbaren, mehrstäckigen Einkaufshäusern in den Städten kostspielige Modeprodukte in den Regalen vorgefunden werden. Und diese Produkte sind nicht nur zum Betrachten und Bestaunen da. Die immer grääer werdende Mittelschicht, der eine zunehmends grääere Summe an entbehrlichen Yuan zur Verfügung steht, gibt jährlich zwei Milliarden Dollar für Luxusgüter aus. Um sich ein Stück vom Kuchen schnappen zu kännen, eräffnen Topdesigner immer mehr Geschäfte in China.
Giorgio Armani ernannte 2004 zum "Jahr Chinas" und gründete eine Flaggschifffiliale in Shanghai. Die Fläche ist aufgeteilt in 560 Quadratmeter für Giorgio Armani und 420 Quadratmeter für Emporio Armani. Zwei zusätzliche Stände sind dem Blumengeschäft Armani Fiori und dem Süäigkeitenhandel Armani Dolci gewidmet.


Neben den Hauptgeschäften in Shanghai, Beijing und Hong Kong plant Armani weitere Läden in Chongqing, Chengdu, Dalian, Guangzhou, Hangzhou, Wenzhou und Wuhan. Gemää des Expansionsplans der Firma sollen auf dem chinesischen Festland bis 2008 weitere 20 bis 30 Filialen gegründet werden.
Aber Armani ist nicht allein. Der Schuhfabrikant TODäS gründete in Beijing eine Verkaufsfiliale und Gucci eräffnete zwei Geschäfte, in denen die Hauptprodukte angeboten werden.Versace hat die Absicht, in den nächsten drei Jahren acht Läden in Städten Chinas zu eräffnen, mit weiteren 16, welche auf den jugendlichen Markt abzielen. Auch LV, Boss, Cartier, Louis Vuitton und Dior haben ihre Hände im Spiel.


Westliche Designerprodukte halten in China Einzug - von Shanghai über Beijing bis in die weniger beachteten Städte wie Chengdu und Chongqing; mit der Absicht, auch hier zu bleiben.


In der Zwischenzeit studieren chinesische Designer die Trends, welche in den Mode-Mekkas wie Paris, Mailand, London, New York oder Tokyo entspringen. So wie die industriellen Lokomotiven Chinas die Politik des "Lernens vom Westen" annahmen, versuchen nun chinesische Modeschäpfer, eine raffinierte Modeindustrie und -kultur mit chinesischen Charakterzügen zu entwerfen. Währenddessen versucht sich die chinesische Modewelt im Dialog mit den internationalen Modeunternehmen, um die Zusammenarbeit voranzutreiben und Chinas Modewirtschaft Antrieb zu verleihen.

Umfrage: Welche Marken sind bei den Chinesen bevorzugt ä LV, Armani und Boss führen die Liste laut dem Magazin Forbes an. Die gut Betuchten hegen eine Vorliebe für Armani: 25 Prozent der Elite bekleidet sich mit den kostspieligen Produkten von Armani.