200505
Sonderberichte

 

Wir sind eine Familie

 

 

Text: Zhao Yue


 

 

Im Juni 2001 wurde der zweite Streckenabschnitt des Marathons über die Meerenge, welcher auch den Titel "Olympische Spiele in Beijing, Ehre für China" trug, auf dem Zhongshan-Platz in der Stadt Ningbo, Provinz Zhejiang, in Angriff genommen. An dieser Veranstaltung nahmen die Delegationen vom Festland, von Taipei und mehr als 2ä000 Einwohner von Ningbo teil. Der Leiter der Delegation aus Taipei war Herr Yang Chuanguang, welcher als erster Chinese an den Olympischen Spielen 1960 im Zehnkampf eine Medaille erringen konnte. Der Vizeleiter der Delegation war Herr Ji Zheng, ehemaliger Kurzstreckenläufer und Ehrenvorsitzender des Taipei Leichtathletikverbandes.
Am 12. Dezember 2004 wird Chen Yu-An auf einer Bahre zur Fähre "Tong An" in der Stadt Xiamen der Provinz Fujian getragen. Die Fähre sollte das Kind nach Kinmen transportieren. Die am ersten Mai 2004 geborene Chen Yu-An leidet an angeborener Bronchitis und einer Lungenfehlfunktion und wurde im Kinderkrankenhaus in Shanghai behandelt, bevor sie für die weitere Theraphie nach Taiwan geschickt wurde, wo sie für ihre Behandlung auch die Krankenkasse in Anspruch nehmen kann. Die zuständigen Behärden erleichterten ihre Rückkehr, so dass Chen der jüngste taiwanesische Fahrgast auf der Xiamen-Kinmen-Meeresroute wurde, welche seit 2001 eräffnet ist.


Taiwanesische Geschäftsleute am 21. Februar 2004 in Shanghai, wo im Shangri-La Hotel im Pudong-Distrikt der Stadt eine Party für die "Vereinigung in Frieden und Liebe" veranstaltet wurde. Taiwanesische Geschäftsleute sangen einen lokalen Song mit viel Gefühl.
Am 22. Februar 2005 besuchte eine Delegation namens "die Neunten Festlandfriedensengel" die Grundschule Dungmen auf Taiwan, wo sie zusammen mit taiwanesischen Schülern Laternen bastelten und bemalten.

 

Flugbegleiter und Stewardessen des ersten Taiwanesischen Charterfluges in Richtung Festland bei Fotoaufnahmen am 26. Januar 2005 morgens um 08:52 nach der Landung auf dem Shanghai Pudong Internationalen Flughafen.
Herr Guo Chengfeng stammt aus Taiwan und arbeitet schon fast 10 Jahre in Shanghai. Er besitzt ein Restaurant namens Herbal Legend beim Xintiandi-Platz. Er verbrachte das letzte Frühlingsfest in Shanghai.



Anmerkung des Verfassers: Dank der Bemühungen und des Wohlwollens des chinesischen Festlandes erreichten die Delegationen der chinesischen Luftfahrt des Festlandes und von Taiwan an einem Treffen in Macao am 15. Januar 2005 einen Konsens betreffs der Flüge über die Meerenge während den Frühlingsfesttagen 2005. 14 Tage später startete der erste Direktcharterflug über die Meerenge, was die ganze Welt zur Kenntnis nahm.

Da Herr Wang Daohan - Präsident der Gesellschaft für Beziehungen der beiden Seiten der Meerenge - aus gesundheitlichen Gründen am 2. Februar 2005 nicht persänlich nach Taiwan fliegen konnte, vertraute er den Vizepräsidenten der Gesellschaft Sun Yafu und den Generalsekretär Li Yafei mit der Aufgabe, sein Beileid an der Bestattung von Herrn Ku Chenfu - dem Vorsitzenden der in Taiwan ansääigen Austauschstiftung - auszudrücken.

Gemää der in Taiwan ansääigen China Times war Herr Sun der hächstrangige Beamte vom Festland, der Taiwan seit 1995 besuchte (als Herr Lee Tenghui den Vereinigten Staaten einen Besuch abstattete). Die vielleicht bemerkenswerteste Leistung in Herrn Kus Leben waren die Verhandlungen vom 27. bis 29. April 1993 mit Herrn Wang Daohan, bei denen es sich um die hächstrangigen Nicht-Regierungsgespräche zwischen dem Festland und Taiwan handelte und einen historischen Durchbruch bei den Beziehungen beider Seiten bewirkte.

Die Direktflüge, die "Bestattungspolitik" aufgrund Herrn Kus Verscheiden und der groäe Respekt und Anteilnahme für das taiwanesische Volk, welche Herr Jia Qinglin - Vorsitzender der politischen Klausurtagung des chinesischen Volkes (CPPCC) - in seiner Ansprache vermittelte, sollten als wichtige Entwicklungen betrachtet werden. Obwohl es eigentlich im späten Januar und frühen Februar noch Winter ist, scheint der Frühling für die Beziehungen der beiden Seiten der Meerenge zu kommen.

Für einen einfacheren Weg nach Hause

Herr Zhuang Songlie hinterlässt in seinem T-Shirt den Eindruck, als wäre er noch Student, wenn man ihn in seinem Caf¦ Sculpting in Times in der Nähe der Beijing Foreign Studies University aufsucht. Kaum jemand würde annehmen, dass er bereits eine Kette von vier Caf¦s führt. Er kam 1993 von Taiwan nach Beijing, um an der Filmakademie zu studieren und blieb für 12 Jahre.

Herr Zhuang stammt aus der Stadt Huwei der Gemeinde Yunlin, welche ungefähr 3,5 Stunden Fahrt von Taipei entfernt liegt. Als seine Groäeltern noch lebten, kehrten alle Familienangehärigen am Frühlingsfest nach Hause zurück. Um die Reisekosten zu senken, nahm der damalige Student den Zug von Beijing über Guangzhou nach Shenzhen, um von dort über Luohu nach Hong Kong zu reisen. Von dort konnte er schlieälich ein Flugzeug nach Taiwan nehmen. Diese Reise nahm normalerweise sieben Tage in Anspruch und nach dem Frühlingsfest stand die Rückreise nach Beijing auf der selben Route an.

In seinem dritten Jahr an der Filmakademie verbrachte Herr Zhuang seine Sommerferien in der autonomen uigurischen Region Xinjiang im Nordwesten Chinas. Im Zug machte er Bekanntschaft mit einer jungen Dame namens Li Ruofan - damals Studentin an der Beijinger Universität für Bekleidungstechnologie - welche ihn für den Rest der Reise begleitete, auf welcher sich die beiden ineinander verliebten. So kam es, dass Herr Zhuang am 28. Dezember 1997 sein erstes Caf¦ in Beijing eräffnete und am selben Tag Fräulein Li heiratete.

Der Lebensstandard der beiden hat sich seither kontinuierlich verbessert. Aber da seine Frau Bürgerin des Festlandes ist, sind Reisen nach Taiwan eine komplizierte Angelegenheit. Zuerst müssen eine Kopie der Hochzeitsurkunde und Fotos zu Verwandten nach Taiwan geschickt werden, welche dann im Namen der Ehefrau eine Aufenthaltsbewilligung beantragen kännen, wonach diese zusammen mit einem Einladungsschreiben zurück auf das Festland geschickt werden muss. Dieser Prozess nimmt gut und gerne zwei bis drei Wochen in Anspruch.

Am 18. Januar 2005 hielten das Büro für Taiwanesische Angelegenheiten unter der Aufsicht des Staatsrates und die Vereinigung der Taiwanesischen Geschäftsleute eine Konferenz über Direktcharterflüge ab. Obwohl sich Herr Zhuang eigentlich bereits entschieden hatte, an diesem Frühlingsfest nicht nach Taiwan zurückzukehren, nahm er ohne zu zägern an der Konferenz teil, da er schon seit 12 Jahren auf direkte Charterflüge zwischen dem Festland und Taiwan wartet.

An der Konferenz erfuhr Herr Zhuang, dass die Flüge lediglich auf taiwanesische Geschäftsleute und deren Verwandte taiwanesischer Herkunft beschränkt waren, weshalb seine Ehefrau diese Gelegenheit nicht nutzen konnte. Er selbst war sich nicht einmal sicher, ob er alle Bedingungen erfüllen würde, da er nie einer taiwanesischen Geschäftsorganisation beigetreten war, weshalb Herr Zhuang nach Beijing zurückkehrte und das Frühlingsfest in der Hauptstadt des Festlandes verbrachte. Trotzdem zeigt er sich über die Direktflüge erfreut, da die Reisezeit von Beijing nach Taipei auf weniger als vier Stunden verkürzt werden, weshalb er sich bereits entschieden hat, seine Angestellten vom Festland für Ausbildungskurse nach Taiwan zu schicken, wenn die Direktflüge regulär eingeführt werden.

Für Taiwanesen kann der Weg auf das Festland beschwerlich sein. Vor einem Jahrzehnt verweigerten es die taiwanesischen Behärden Herrn Du Jiusen, an die Beerdigung seines Vaters auf dem Festland zu reisen, worauf er sich am Zoll des CKS Internationalen Flughafens das Leben nahm, was wiederum auf dem Festland Besorgnis erregte.

Seit China die Politik der äffnung einführte reisen immer mehr Taiwanesen aus geschäftlichen Gründen auf das Festland, was den Austausch beider Seiten auf Nicht-Regierungsebene stimuliert. Bereits 1981 formulierte die chinesische Zentralregierung den Plan für die "drei Direktverbindungen (Post, Transport und Handel)" über die Meerenge, welcher aufgrund von Behinderungen seitens der taiwanesischen Behärden bis heute nicht eingesetzt werden konnte, weshalb taiwanesische Bürger immer noch viel Zeit und Geld aufwenden müssen, um die Meerenge zu überqueren.

Das Abkommen über Direktflüge über die Meerenge vom Januar 2005 erlaubte es 12 Fluggesellschaften, von Beijing, Shanghai, Guangzhou nach Taipei und Kaohsiung oder zurück zu fliegen. Dies kennzeichnete das erste Mal, dass chinesische Flugzeuge vom Festland unter normalen Umständen auf Taiwan landeten.

Sowohl Bürger vom Festland als auch Taiwanesen hoffen, dass es bald einen einfacheren Weg nach Hause geben wird.

Die Taiwanesische Brücke: "Ich gewähne mich an das Leben auf dem Festland".

Trotz des kalten Wetters trägt Frau Guo Weiqiong eine dünne schwarze Lederjacke, als sie die Journalisten zum Interview bittet. Geboren auf Taiwan arbeitet Frau Guo zurzeit bei einer der weltweit drei grääten Werbeagenturen namens Ogilvy & Mather Group als Generaldirektorin.

1995 lernte sie während einem Ausbildungsprogramm von IBM ihren späteren Mann kennen, der für IBM in Beijing arbeitete, während sie bei der Niederlassung auf Taiwan angestellt war. "Wir gehärten wohl zu den Leuten, die den Begriff Online-Liebe ins Leben ruften. Auch wenn ich ihn über das interne IBM Telefonnetzwerk anrufen konnte, chatteten wir normalerweise im Internet, was schlieälich in unserer Hochzeit 1997 resultierte. Ich gewähne mich an das Leben auf dem Festland. Vielleicht Städte auf dem Festland wie Beijing oder Shanghai erleben eine gewaltige Entwicklung, was sie teils so gut wie oder in manchen Punkten sogar interessanter als Taipei machen. Manchmal fühle ich mich fremd, wenn ich nach Taiwan zurückkehre".

Bei Frau Guo handelt es sich um eine von tausenden taiwanesischen Bürgern, die Partner vom Festland gefunden haben. Es wird angenommen, dass es Ende 2004 ungefähr 200ä000 Partnerschaften oder Ehen zwischen Bürgern von beiden Seiten der Meerenge gab. Diese Zahl nimmt um circa 2ä000 pro Monat zu. Solange die Tür für Austausch beider Seiten nicht geschlossen wird, werden diese Ehen ihren Teil zur Verbesserung der Beziehungen beitragen.

Sehnsucht nach Beijing, Sehnsucht nach dem Festland

Herr Lin macht aufgrund seines hageren Gesichts, seines kahlgeschorenen Kopfes und seiner schleierhaften Augen hinter der Brille den Eindruck, als würde er Buddhismus oder die westliche klassische Philosophie studieren würde. Doch in der Tat studiert er Marxistische Philosophie an der Abteilung für Philosophie der Pekinger Universität. "Der Grund, weswegen ich in Beijing studiere, ist, dass ich dieses Fach in Taiwan nicht hätte belegen kännen. Schon als Kind wollte ich immer mal nach Beijing reisen, da ich viel über die groäartigen Stätten wie das Palastmuseum, die Groäe Mauer und den Himmelstempel gelesen habe, und mir vorstellte, wie es wohl sein würde, wenn ich eines Tages vor diesen Bauwerken stehen kännte. Mein Traum ist in Erfüllung gegangen".


Ende 2002 kam Herr Lin aus Ausbildungsgründen nach Beijing. Er hatte gedacht, dass er in einem traditionellen Hofhaus mit einem Goldfischteich wohnen würde, vor dem ein alter Baum stehen würde. Im Herbst würde das Kopfsteinpflaster mit gewelkten Blättern gesäumt sein. Allerdings musste er erfahren, dass die meisten chinesischen Gebäude alter Archiktur unter Denkmalschutz stehen, weshalb sie nicht mehr bewohnt werden dürfen. Diese Tatsache enttäuschte ihn für längere Zeit.

Immer mehr Taiwanesen - vor allem in den letzten Jahren - kommen auf das Festland, um sich fortzubilden, weil sich einige neue Trends für das Studium auf dem Festland abzeichnen:

Erstens besteht keine Altersbeschränkung, so dass viele Bewerber für die erweiterte Hochschulbildung auf dem Festland zwischen 35 und 45 Jahren alt sind; viele von ihnen Führungskräfte, Wirtschaftsprüfer und Architekten, die in ihren Karrieren bereits reichlich Berufserfahrung sammeln konnten und viel erreicht haben. Um noch besser Karriere machen zu kännen, liebäugeln diese Personen mit dem Festland.

Herr Lin Zhaoting ist in seinen Dreiäigern und arbeitete für viele Jahre bei der Taichung Geschäftsbank., wo er seinen Kunden in Rechtsangelegenheiten und in Beratungsfragen für Handelsbeziehungen zwischen beiden Seiten der Meerenge zur Seite stand. Er studierte ursprünglich Jura in Taiwan, aber um seinen Kunden einen besseren Service bieten zu kännen, lieä er sich auf dem Festland weiterbilden. Die ansteigende Zahl an Geschäftsleuten, die auf dem Festland studieren, widerspiegelt den Boom auf dem Festland und zeigt auf, dass viele Taiwanesen die enge Beziehung zwischen ihrer eigenen Karriere und dem Festland erkannt haben.

Zweitens nehmen immer mehr Hochschulen und Universitäten auf dem Festland Studenten aus Taiwan auf. In der Vergangenheit studierten die meisten Taiwanesen im Gebiet südlich des Changjiang (Yangtze). Doch heutzutage immatrikulieren sich viele Taiwanesen auch an Unis in Beijing. An der Pekinger Universität waren 2002 mehr als 100 taiwanesische Studenten eingeschrieben.

Drittens setzen sich viele Taiwanesen ihre Karriereziele auf dem Festland. Was ist der Grund dafür ä Laut einer Umfrage sind die drei häufigsten Gründe wie folgt: A) Karriereziele auf dem Festland B) Studium spezialisierter Technologie C) Studium auäerhalb Taiwans aufgrund persänlicher Entwicklung.

"Der Markt für Führungspersonen ist auf Taiwan seit mehr als drei Jahrzehnten gesättigt", behauptet Alex Jiang - taiwanesischer Doktorand an der Tsinghua Universität in Beijing. "Das Festland bietet hingegen Karrieremäglichkeiten, weil vor allem für taiwanesische Studenten auf dem Festland keine Sprach- oder Kulturprobleme bestehen, weswegen viele taiwanesische Studenten nach ihrem Abschluss auf dem Festland bleiben. Man fühlt sich hier wie zu Hause und viele von uns haben hier sogar Verwandte".

Erfolgreiche taiwanesische Geschäftsleute auf dem Festland

Obwohl Fräulein Sophies Geschäft eher klein ist, unterscheidet es sich von den anliegenden Restaurants und Bars. Die zierliche Besitzerin Fräulein Sophie kam mit ihrem Ehemann von Taiwan auf das Festland und verkauft in ihrem Geschäft nun Waren aus Porzellan und aus Stoff in traditionell chinesischem Stil. Im September 1997 eräffnete sie ihr Geschäft im Chaoyang Bezirk der Stadt Beijing und bietet z.B. Tischtücher und Lampenschirme aus edler Seide oder Satin an, welche den chinesischen und den westlichen Stil miteinander verbinden.

"In der ersten Woche nach der Eräffnung verkaufte ich rein gar nichts", erzählt Fräulein Sophie mit einem Lächeln auf den Lippen. "Ich machte mir schon Sorgen um meine Investition von rund 200ä000 Yuan". In der nächsten Woche konnte sie einige Kissenbezüge verkaufen und in der Folge machte sich ihr Geschäft einen Namen, weswegen sie nun über einen Kundenstamm verfügt. Sechs Monate später hatte sie ihre Investition wieder hereinbekommen und im nächsten Jahr erreichte ihr Umsatz 300ä000 Yuan pro Monat. Dies bewegte Fräulein Sophie dazu, ihr Geschäft zu vergrääern und an einen anderen Ort umzuziehen. Da ihr klar wurde, dass Dekorationsartikel aus Stoff leicht nachgeahmt werden kännen, konzentrierte sie sich fortan auf Täpferwaren aus Porzellan und Glas. Weil die Anfrage von Restaurants und Hotels immer mehr zunahm, eräffnete sie eine Fabrik, um diese Täpferwaren herstellen zu lassen. Ihre Strategie war bis jetzt mit Erfolg bedacht.

Heutzutage kännen auf dem Festland viele erfolgreiche Produkte vorgefunden werden, die von Taiwanesen hergestellt werden, wie zum Beispiel Master Kong, Uni-President und Rosa Cake. Professor Li Bokang der Handelsschule der Universität Wuhan ist ein Experte im Studium der taiwanesischen Geschäftsleute. Er glaubt daran, dass deren Schlüssel zum Erfolg darin liegt, dass besagte taiwanesische Geschäftsleute an die Vereinigung von Taiwan und dem Festland so wie der Kultur glauben. Beispielsweise verwendete Rosa Cake den Slogan "Der beste Kuchen Chinas", als die Firma das Festland zu erobern begann. Der Slogan der Firma Master Kong lautete "Die weltweit besten Nudeln für die Bevälkerung des Festlandes".

Angezogen von den Mäglichkeiten auf dem Festland kommen viele Taiwanesen, um zu investieren, zu studieren, ihre Karriereziele zu verfolgen oder Land aufzukaufen; und einige haben sich sogar auf dem Festland niedergelassen.

Laut einer kürzlich durchgeführten Umfrage wären 25 Prozent der Taiwanesen bereit, sich auf dem Festland niederzulassen, und mehr als 70 Prozent der Bevälkerung würde die Einführung der oben erwähnten "drei Direktverbindungen (Post, Transport, Handel) willkommen heiäen. Dies zeigt auf, dass viele Taiwanesen erkannt haben, dass die Zukunft Taiwans vom Festland abhängt.

Vertrauen und Aufrichtigkeit der Zentralregierung

Am 4. März 2005 wandte der chinesische Präsident Hu Jintao sich mit einer Rede an die CPPCC-Mitglieder der Parteien und Organisationen wie zum Beispiel das Revolutionäre Komitee der Chinesischen Kuomintang, die Liga der Demokratischen Selbstverwaltung Taiwans und der Chinaweite Bund für Taiwanesische Landsmänner. Er betonte in seiner Rede, dass es von groäer Bedeutung sei, die Ein-China-Prinzip zu befolgen, keine Bemühungen zu unterlassen, eine friedvolle Vereinigung voranzutreiben, das Prinzip "Hoffnung für die taiwanesische Bevälkerung" einzuführen und keine Kompromisse mit taiwanesischen Separatisten einzugehen. Ausserdem betonte Präsident Hu Jintao, dass die Zentralregierung keine Mühen scheuen werde, eine friedvolle Vereinigung zu realisieren. "Komme, was wolle, wir respektieren das taiwanesische Volk, vertrauen ihm und sind von ihm abhängig und werden alles unternehmen, um dessen Rechte und Interessen zu beschützen".

Professor Huang Jiashu der Renmin Universität erklärt, dass diesen Worten eine tiefere Bedeutung beigemessen sei. In früheren Verhandlungen über die Taiwan-Frage sei es nicht vorgekommen, dass die Zentralregierung sich bereit erklärt hätte, "über alle Fragen diskutieren zu kännen" und "neue Wege zur Kommunikation und zum Kontakt zu suchen", was wiederum bedeute, dass zwar noch viele Fragen geklärt werden müssten, bevor eine Vereinigung realisierbar sei, würden alle Bemühungen Taiwans in Richtung dieses Zieles willkommen geheiäen werden.

Es bestehen immer noch viele Unklarheiten bei den Beziehungen, aber es besteht kein Zweifel darin, dass die Bevälkerung Taiwans und die des Festlandes sich aufgrund des verstärkten Wirtschafts- und Handelswachstums näher kommen. Die Zeitung Hong Kong Commercial Daily schrieb im November 2004, dass ungefähr eine Million Taiwanesen für längere Zeit auf dem Festland wohnhaft war. Laut Statistiken des Büro für Taiwanesische Angelegenheiten in Shanghai sollen im Jahre 2003 rund 300ä000 Taiwanesen in der Stadt gelebt haben.