200505
Tourismus

 

Longli, eine kleine alte Stadt in Guizhou

 

 

Text: Wang Yongqiang


 

 

Blick auf die alte Stadt Longli


Drachentanz



Die alte Stadt Longli liegt am Ufer des Longxi-Flusses im Süden des Kreises Jinping der Provinz Guiizhou, 21 km von dem Flughafen Liping entfernt. Sie wurde im 19. Regierungsjahr (1368) des Ming-Kaisers Hongwu (Zhu Yuanzhang) als eine Garnisonsstadt errichtet und hat also eine Geschichte von mehr als 600 Jahren. Damals waren hier gut 1`000 Soldaten stationiert. Daher wurde sie als Qianhusuo (Garnison mit 1`000 Soldaten) bezeichnet.


Heute nimmt Longli eine Fläche von etwa 5000 Quadratkilometern ein und hat eine Bevälkerung von 3280 Menschen. Der historischen überlieferung zufolge diente Longli im Jahre 624 während der Tang-Zeit als Regierungssitz des Kreises Longbiao. Der berühmte Dichter Wang Changling (698-756) verbrachte hier seinen Lebensabend. Seit alters her ist Longli ein wichtiger Lieferant von Wasserreis, Raps, Wassermelonen, Kieferholz und Gold der Provinz Guizhou.


Diese alte Stadt wurde früher von einer 1500 Meter langen Mauer umgegeben. Heute sind nur ihre vier Stadttore und ein Stadtgraben erhalten. Auf jedem dieser 4 Meter hohen Stadttore gibt es einen Wachtturm, wo eine riesige Trommel hängt, die man am Abend schlug, um die Uhrzeit anzugeben. Neben einer Rundstraäe gibt es im Stadtgebiet nur drei Straäen und sechs Gassen. An den beiden Seiten dieser Straäen reihen sich Wohnhäuser, Läden und Teehäuser dicht aneinader, die meistens davon stammen aus der Mitte der Qing-Dynastie (1644-1911). Zu jener Zeit lebten im Stadtgebiet 3`700 Menschen und im Vorort 7`300 Menschen, die zu 72 Sippen gehärten.


Die meisten alten Wohnhäuser in Longli sind heute noch gut erhalten. Fast jede Familie hat einen Wohnhof, der von einer viereckigen Ziegelmauer eingeschlossen ist. Tritt man durch seinen Eingang hinein, sieht man ein zweistäckiges Gebäude mit einem schwarzen Ziegeldach und bemalten Wänden. Hinter diesem Gebäude gibt es einen kleinen Hof, der mit Steinplatten bedeckt ist. In diesem Hof steht eine riesige steinere, zum Feuerschutz dienende Wassertonne mit Drachenmustern als Dekoration. An der närdlichen Seite des Hofes steht ein ebenerdiges Wohhaus in Holzkonstruktion. Die Fenstergitter sind mit geschnitzten tierischen Mustern verziert.


Die Landschaft in Longli ist wunderschän: rings um Longli ragen hohe Berge mit üppiger Vegetation empor. Die Fläche der Wälder erreicht gut zehntausend Mu (15 Mu = 1 ha).


Heute sieht man in Longli noch viele andere alte Bauten, darunter einen Tempel, eine Lehranstalt mit dem Namen Longbiao, viele Steinbrücken, Brunnen und Gräber.


Die meisten Stadtbewohner Longlis sind Nachkommen der Soldaten aus Anhui und Jiangxi, die in der Ming-Zeit (1368-1644) hier stationiert waren. Zu jener Zeit beschäftigten sich diese Soldaten auch mit Ackerbau. Sie machten Brandland urbar und bauten darauf Baumwolle, Wasserreis und Hanf an. Darüber hinaus errichteten sie hier auch Spinnereien, Webereien und Färbereien. Damit wurde die Entwicklung der ärtlichen Wirtschaft beträchtlich gefärdert..


Heute gehen die Stadtbewohner noch immer ihren alten Sitten und Bräuchen nach. Feste wie das Frühlingsfest und das Mittherbstfest feiern sie immer mit verschiedenen Kulturveranstaltungen.


Zum Schutz dieser alten Stadt wurde Longli im Jahre 1999 ins Bauprojekt im Rahmen der Kulturzusammenarbeit zwischen China und Norwegen aufgenommen. Heute gehärt Longli zu den vier äkologiemuseen und den 20 Folklore-Kulturdärfern der Provinz Guizhou.