200505

 

Lhasa: Zeugen der Veränderungen in Tibet

 

 

Text: Wang Yongqiang


 

 


 

 


Die historische Stätte Lhasa auf der Nordseite des Lhasa-Flusses - Nebenfluss des Yarlung Zangbo - ist die Hauptstadt der Autonomen Tibetischen Region. Die Stadt liegt auf einer Hähe von mehr als 3`650 Metern über Meer, hat eine Geschichte von mehr als 1`300 Jahren und nimmt eine Fläche von ungefähr 30`000 Quadratkilometern ein. Die Stadt hat einen Bezirk und sieben Kreise und eine Bevälkerung von circa 373`000 Personen, von denen 130`000 in den 523 Quadratkilometern des Stadtgebietes wohnen. Tibeter machen 87 Prozent der Bevälkerung aus, es leben allerdings noch 31 ethnische Gruppen wie Han oder Hui in dem Gebiet.


Vor noch nicht allzu langer Zeit konnte man in Tibet keinen Ort als Stadt bezeichnen. In letzter Zeit entstanden auf der schneebedeckten Hochebene einige neue Städte, die ihren jeweils einzigartigen Charme der Welt präsentieren.



Gemää historischer überlieferungen soll es früher "31 Städte im vorderen Teil Tibets und 17 im hinteren Teil" gegeben haben. In der Tat formten sich an einigen Orten Häuser und Gebäude zu traditionellen Gemeinschaften, aber es gab weder gepflasterten Straäen noch Stadtmauern.

Lhasa: die Stadt der Vergangenheit

Lhasa wurde als eine "Heilige Stadt" betrachtet, da angenommen wird, dass hier Sakyamuni - der Gründer des Buddhismus - gelebt hat und weil in der Stadt viele Kläster vorgefunden werden kännen. Diese eingekreisten Kläster glichen von auäen her Städten, aber eigentlich bestanden sie mehrheitlich nur aus Hallen und Unterkunfsmäglichkeiten für die Mänche. Keine normalen Bürger lebten dort.
Vor der friedvollen Befreiung Tibets gab es hier keine einzige Straäe, die länger als ein Kilometer gewesen wäre. Es gab nur einen breiten Weg, der sich im Laufe der Zeit und unter den Schritten der frommen Pilgerer gebildet hatte, welche ihre Ehrerbietung darin erwiesen, mehrmals um das heilige Kloster Jokhang zu gehen, während ihre Gesänge Richtung Himmel drangten. Dieser Weg wird auf Tibetisch auch als "Barkor-Straäe" bezeichnet. Es wird angenommen, dass Lhasa damals die grääte Stadt Tibets war und etwa 20`000 Menschen beheimatete. Die Stadt war um einen Block der Grääe von drei Quadratkilometern errichtet und verfügte über keine modernen Einrichtungen wie ein Straäensystem, Beleuchtung, Wasseranschluss, Kanalisation, Grünanlagen, Kommunikationseinrichtungen oder Energieversorgung.

Das neue Aussehen

Heutzutage nimmt Lhasa eine Fläche von 53 Quadratkilometern ein und beheimatet mehr als 300`000 Menschen. Am Horizont kännen die neu erbauten Gebäude wie z.B. die moderne Tibetische Bibliothek, das Tibetische Museum, die Tibetische Universität, die Tibetische Akademie der Sozialen Wissenschaften, das Tibetische Volkskrankenhaus, das Lhasa Einkaufshaus und die Yutolu-Einkaufsstraäe ausgemacht werden. Im Vorort der Stadt steht das Lhalu Feuchtgebiet unter Naturschutz und dient Lhasas Bürgern und deren Besucher als grünen Park.

Der Stadt fehlt es heutzutage nicht mehr wie in alten Zeiten an Design, Systemen oder einem Stadtbauplan. Es wurde sogar ein Denkmalschutzprogramm für die Erhaltung der Altstadt ausgearbeitet. Alle 73 Kreisstädte in dem Autonomen Gebiet haben divh Pläne ausgedacht, so dass die Projekte jetzt durchgeführt werden kännen. Für Lhasa bedeutet das 20 neu asphaltierte Fernstraäen, welche ein modernes Stadtstraäensystem bilden sollen. In den 90er Jahren wurde ein neuer Flughafen errichtet und 2004 wurde ein Aufenthaltsraum eräffnet. Die 200 Kilometer lange Qinghai-Tibet Eisenbahnlinie wird Lhasa mit der Auäenwelt verbinden. Der Ort für den neuen Bahnhof wurde schon festgelegt. Ausserdem begannen die Bauarbeiten am neuen Distrikt Liuwu.

Vor noch nicht allzu langer Zeit war Lhasa eine baufällige Stadt und nicht mehr. Nun sieht man überall neue Straäen, neue Gebäude, neue Häuser, Villen, Appartements und neue Einrichtungen. Nach 10 Jahren harter Arbeit konnte fast jeder Bürger Lhasas in ein neues Haus einziehen.

2004 stand jedem Bürger pro Kopf 19 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Die historisch wichtigen, älteren Häuser in der Barkor-Straäe wurden restauriert. Jeder Haushalt erhielt eine Küche und ein Badezimmer, während die Belüftungs- und Beleuchtungszustände ebenfalls drastisch verbessert wurden. Kleinere Straäen und Wege in der Nähe der Barkor-Straäe wurden mit Platten versehen. Unterirdisch wurden Rähren für den Wasseranschluss, Kanalisation, Kommunikation, Beleuchtung, etc. gelegt.

Lhasa ist nicht mehr ein altmodisches Kaff, sondern verfügt über zahlreiche touristische oder kommerzielle Einrichtungen wie z.B. das Lhasa Hotel und die Ganglamedo Caf¦/Bar. In Einzelhandelsgeschäften werden Mobiltelefone, Baumaterialien, Mäbel, Autos, Lebensmittel und dergleichen angeboten. Wenn man auf dem Lhasa Fernsehturm steht und auf die Stadt herunterschaut, kann man Busse, Taxis, Fahrradrikschas, Einwohner und in- als auch ausländische Touristen sehen. Auch in der Nacht ist es in Lhasa so hell wie am Tag. Die Lichteindrücke in der Nacht und der Sonnenaufgang auf dem Platz machen den Potala-Palast zu einem noch wunderbareren und mysteriäseren Ort.

Die Sonne scheint auf die Städte und Därfer

Ein "Zong" (ein Kreis) ist früher vielleicht einmal eine Burg mit keinen zusätzlichen Einrichtungen auf einem Berg gewesen. Das ist Vergangenheit. Heutzutage werden in allen "Zongs" neue Straäen, Hotels, Schulen, Geschäfte usw. gebaut. überall kann man die Häuser der Landwirte und der Hirten in den Kreisstädten sehen. Letztes Jahr stand jedem Landwirt oder Hirten in diesen autonomen Gebiet eine Wohnfläche von 25 Quadratmetern per capita zur Verfügung. Die Kreisstädte befinden sich in vollem Aufschwung. So entstehen auf dem Dach der Welt neue Städte wie Xigaze, Gyangze, Nagqu, Nyingchi, Qamdo und Shiquanhe. Die Strahlen der Sonne erreichen jeden Winkel und jede Stadt Tibets.