Neue Ideen auf dem Markt

Text und Fotos von Mai Tian

Seit Herbst 2006 hat der „Ideenmarkt“ (i-Mart) schon vier Mal in Beijing stattgefunden.

Diese kreative Flohmarktidee wurde in China zuerst von einer Modezeitschrift in Guangzhou (Kanton) aufgegriffen und zunächst nur online bekannt gemacht. Der Name i-Mart kommt von zwei Konzepten: “Idea Mart” und “I am art.” Junge Leute machen ihre eigenen Produkte und verkaufen sie. Auf einem i-Mart findet man z.B. Stofftiere, handbemalte T-shirts, selbstaufgenommene CDs, Notizbücher, Zeichentrickserien, Teetassen und vielerlei Dinge, von denen man nicht gleich weiß, wofür sie gut sind. Die erste Show fand in Beijing statt. Der nächste i-Mart war in Guangzhou, als Teil der „Guangzhou Design Week“. Die Teilnehmer wurden immer professioneller. In den nächsten 10 Monaten gab es i-Mart in fast allen großen Städten: Shanghai, Tianjin, Chongqing, Shenzhen, Chengdu, Xiamen und Suzhou.

Zhang Xiaoyin, der wie viele Teilnehmer in den 80er Jahren geboren wurde, ist ein bekanntes Gesicht in i-Mart-Kreisen. Er lehnte eine Stelle als Designer für eine bekannte Herrenkleidermarke ab. Sein Produkt Life*Chen ist bereits ein landesweit bekannter Modeartikel. Life*Chen war ursprünglich nur ein Kätzchen aus bedrucktem Tuch. Heute hat Zhang Spielzeugfabriken in Beijing, Shanghai und Hangzhou.

Am 18. August 2007 wurden Zhangs neue Artikel in einem kleinen Laden in der bekannten Hutong-Straße Nanluoguxiang ausgestellt. Trauben von Mädchen drängten sich begeistert heran. Herr Zhang saß nur still am Fenster und war froh, dass er seine Produkte nicht selbst anpreisen musste.

Viele von Zhangs Designerkollegen erfinden ihre Artikel als Hobby. Massenproduktion ist hier die Ausnahme. Jedes Stück ist anders. Andererseits gibt es auch Geschäftsleute wie Herrn Wang aus Ningbo. Er hat mehrere Läden in Shanghai und Guangzhou und betreibt zwei Marken für kreative Produkte. Herr Wang spricht mit fast jedem der jungen Verkäufer und rekrutiert dann manche von ihnen für seine Zwecke.

Die i-Marts werden oft als kulturelles Phänomen angesehen. In den Medien sind es oft die Kulturressorts, die über diese Märkte berichten.

Wang Yiying aus Taiwan verkauft ihre eigenen Produkte und berichtet von den i-Marts für verschiedene Medien. Die Marke der jungen Frau heißt “noodoll.” 2004 interviewte sie viele Verkäufer auf bekannten i-Mart-Veranstaltungen in London. Daraus machte sie ein Buch, das in Taiwan sehr erfolgreich wurde. Bereits 2005 erschein das Buch auch auf dem chinesischen Festland. In weniger als zwei Jahren wurde es fünf Mal neu aufgelegt. 2007 kam i-Mart 2 heraus. Die erste Auflage war in einem Monat ausverkauft. In einem Artikel über i-Mart in der Zeitschrift Economic Observer wurde nochmals betont, dass hier um die Kreativität und die Begeisterungsfähigkeit junger Leute gehe. Der kommerzielle Erfolg sei keineswegs die Hauptsache.
 

11/2007