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Lin Yifu bei einem Vortrag von Professor Ronald McKinnon (Stanford University) im “China Center for Economic Research” an der Peking- Universität. Dieses 1994 von Lin gegründete Zentrum hat schon viele prominente Ökonomen eingeladen. |
Im Februar 2008 wurde Professor Justin Yifu Lin (Peking-Universität) zum Vizepräsidenten und Hauptökonomen der Weltbank ernannt. Er ist der erste Bürger eines Entwicklungslandes, der einen solchen Posten innehat.
Lin Yifu wurde in Taiwan geboren und hieß ursprünglich Lin Zhengyi. Er schloss sein Universitätsstudium als Jahrgangsbester ab. 1979 schwamm er von der Insel Jinmen bei Taiwan 2 km weit bis zur Küstenstadt Xiamen auf dem chinesischen Festland. Später ging er nach Beijing und an die Peking-Universität. 1980 besuchte Theodore William Schultz, Träger des Wirtschaftsnobelpreises, die Peking-Universität. Wegen seiner ausgezeichneten Englischkenntnisse wurde Lin Yifu als Übersetzer für Schultz ausgewählt. Prof. Schultz war von seinem Übersetzer stark beeindruckt. Nach seiner Rückkehr bereitete er für Lin einen Studienplatz an der University of Chicago vor. 1982 erwarb Lin an der Peking-Univ. den Magister in Politikwissenschaft. Dann ging er nach Chicago. Er war der letzte Doktoratsstudent, den Prof. Schultz aufnahm. Vier Jahre später erwarb Lin seinen Doktorgrad. Seine Dissertation China’s Rural Reforms: Theory and Empirical Evidence wurde von Schultz als “Klassiker der neuen institutionellen Ökonomie” bezeichnet.
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Lin Yifu und seine Frau Chen Yunying. |
In China veröffentlichte Lin mehrere Theorien, die auf seiner Auffassung von Erfolg und Misserfolg in den Reformbestrebungen von Schwellenländern beruhten. Viele seiner Publikationen, z.B. “New Rural Areas Construction” wurden von der Regierung aufgegriffen und gingen in die offizielle Wirtschaftspolitik ein. Lins Think-Tank “The China Center for Economic Research” an der Peking-Univ. wird von ausländischen Medien als sehr einflussreich eingeschätzt.
2002 starb Lins Vater in Taiwan. Leider durfte Lin Yifu nicht nach Taiwan zurückkehren, um am Begräbnis seines Vaters teilzunehmen. Seine Frau Chen Yunying konnte jedoch nach Taiwan reisen und Lin dort bei den Trauerfeierlichkeiten vertreten. Lin tritt für eine Wiedervereinigung von Taiwan mit dem chinesischen Festland ein.
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Lin bei einem einfachen Mittagessen. |
Als Lin 1979 Taiwan verließ, hörte seine Frau Chen Yunying zunächst nichts von ihm. Sie war jedoch überzeugt, dass er überlebt hatte. Erst als Lin nach Amerika ging, konnte Chen mit dem sechsjährigen Sohn und der vierjährigen Tochter ihren Mann wiedersehen. In Amerika lebte Chen mit den Kindern in Washington und ging dort einem Doktoratsstudium nach. 1987 schloss Chen ihr Studium ab und ging mit ihrem Mann nach China. Sie arbeitet im Bereich der Erziehung von behinderten Kindern. Dafür wurde sie als “Chinese Pioneer of Special Education” gelobt. Chen soll einmal ihrem Mann gesagt haben: “Dein Job ist es, Menschen reich zu machen, und mein Job ist es, dass die Reichen ihr Geld für eine gute Sache ausgeben.”
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Lin Yifu bei der Arbeit. |
Lin Yifu und der Wirtschaftsnobelpreisträger Clive W.J. Granger. |