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Die Produktion und Vermarktung von Zeichentrickfilmen und Computerspielen ist auch in China ein wachsender Industriezweig. Mickey Maus und Hello Kitty sieht man auf über 20.000 Produkten.
Beijing ist seit jeher ein Zentrum für Kunstschaffende und Verlage. Heute gibt es auch mehrere Cartoon-Studios. Die Stadt beherbergt natürlich auch sehr viele Konsumenten. Die Zeichentrickindustrie ist ein sehr aktives Segment der hiesigen Kulturproduktion.
Li Jianping, Vizepräsident der “Animation School” der Beijinger Filmakademie verarbeitete die Comicsserie Mann im Traum (Meng li ren) von Yao Feila für China Central Television (CCTV). Das Projekt dauerte fünf Jahre, und Li musste dafür viele zehntausend Bilder zeichnen.
Nach seinem Abschluss im Zeichentrickfach der Filmakademie ging Li 1988 zu CCTV. Damals wurde im staatlichen Fernsehen gerade die Marktwirtschaft eingeführt. „Früher stellte die Regierung direkt Geld für Zeichentrickproduktionen zur Verfügun. g. Der kommerzielle Erfolg war nicht entscheidend, sondern soziale und ästethische Überlegungen.“ Erst in den 90er Jahren engagierten sich immer mehr junge Leute hauptberuflich in der Cartioonindustrie. Als Professor trifft Li Studenten mit unterschiedlichen Motiven. Manche zeichnen einfach gerne, andere hoffen in erster Linie auf geschäftlichen Erfolg. Heute wird beides unterrichtet und gefördert.
Heute gibt es immer noch relative wenig populäre chinesische Cartoons. Talentierte und gleichzeitig erfahrene Leute sind weiterhin rar, meint Li.
Die Beijinger Filmakademie gründete 2000 die erste eigene Abteilung für Zeichentrick in China. Der jährliche Zeichentrick-Preis, den die Abteilung vergibt, wird auch als „Chinese Oscar for Short Animation“ bezeichnet. Neben Beijing sind auch Shanghai, Chengdu und Guangzhou (Kanton) große Zentren für Online-Spiele und Zeichentrickfilme. Mindestens 20 Städte in China wetteifern um den Titel der „Zeichentrickhauptstadt“.
Ende 2006 wurde in Beijing das “Animation and Game Industry Development Forum” veranstaltet. Chen Dong vom Parteikomitee der Stadtregierung zählte auf diesem Forum den Zeichentrick- und Computerspiele-Sektor unter die acht Hauptkomponenten der städtischen Kulturindustrie, die zusammen 500 Millionen Yuan pro Jahr an Fördermitteln erhalten. Sechs der ersten zehn „Kulturindustriebasen“ in Beijing hätten mit der Entwicklung des Zeichentricksektors zu tun. Laut einer aktuellen Untersuchung generierte die Zeichentrickindustrie in Beijing 2007 einen Umsatz von über einer Milliarde Yuan. Der Jahresgewinn von manchen Online-Spielseiten allein überstieg 100 Millionen Yuan.
Der globale Jahresgewinn in der Zeichentrickindustrie war 2007 40 Milliarden US-Dollar, und der Marktwert aller damit in Zusammenhang stehenden Produkte liegt bei 400 Milliarden Dollar. Das bedeutet eine gewaltige Motivation. Die Anzahl der Firmen in der Zeichentrickindustrie im Raum Beijing wird heute auf über 1000 geschätzt. Vor fünf Jahren waren es nur 100. China hat bereits 4-5 Cartoon-Fernsehkanäle. Einer davon ist KAKU, der von Beijing Television via Satellit verbreitet wird.