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Hongjiang, früher Qianyang genannt, liegt am Zusammenfluss der Flüsse Yuanjiang und Wushui im Südwesten der Provinz Hunan und grenzt im Westen an die Provinz Guizhou. Die Aufzeichnungen über Hongjiang gehen bis in die Qin-Dynastie (221--206 v. Chr.) zurück. Damit hat diese Stadt eine Geschichte von 2200 Jahren. Mit einer Fläche von 216 Quadratkilometern und einer Bevölkerung von 400 000 Menschen zählt sie in China zu den kleinsten Städten. Sie ist aber durch ihre vielen vollständig erhaltenen alten Bauten landesweit bekannt. Das ist ein Grund, warum diese kleine Stadt zahlreiche Fotografieliebhaber und Touristen anzieht. Vor kurzem machte ich mit meiner Kollegin Zhang Na zusammen eine Reise nach Hongjiang. Wir fuhren von Fenghuang, einem anderen schönen und alten Städtchen Hunans, aus und erreichten nur etwa 20 Minuten später Hongjiang.
Wegen seiner günstigen Verkehrslage diente Hongjiang schon in der Zeit der Ming-Dynastie (1368—1644) als Verkehrsknotenpunkt und Handelsstadt im Südwesten Hunans. Damals wurde Hongjiang als „Kleines Nanjing“ bezeichnet. Als wir in Hongjiang ankamen, fühlten sir uns wie in einem Märchenland: An beiden Seiten der Schotterstraßen reihen sich alte Wohnhäuser, Läden, Teehäuser und kleine Stuben dicht nebeneinander. Von einem örtlichen Einwohner erfuhren wir, dass es in Hongjiang heute noch über 300 Bauten aus der Ming- und Qing-Dynastie (1368-1911) gibt. Ihre Fläche beläuft sich auf 100 000 Quadratmeter! Zu diesen alten Bauten gehören der Longbiaoshan-Glockenturm, die Chibao-Pagode, das Zhongzheng-Stadttor, zehn Gildehäuser, viele Sakralbauten, private Banken, Weinstuben und auch mehrstöckige Häuser, die früher als Bordelle dienten. An den beiden Seite der 8 km langen Hauptstraße stehen über 40 riesige steinerne Wasserbehälter mit geschitzten Mustern, die zur Feuerbekämpfung dienten. In der Umgebung der Stadt Hongjiang gibt es auch viele historische Stätten und Sehenswürdigkieten. Zum Beispiel sieht man am Südufer des Wushui-Flusses den berühmten Furong-Turm, der während der Qing-Zeit 81644—1911) zur Erinnerung an den tangzeitlichen Dichter Wang Changling erbaut wurde. Heute werden hier über hundert Steintafeln aufbewahrt, deren Inschriften von berühmten Kalligrafen und Gelehrten wie Yan Zhenqing, Huang Tingjian, Mi Fu, Yue Fei und Zhao Mengfu geschrieben wurden. In der Nähe des Marktfleckens Qiancheng gibt es über 400 alte Gräber. Durch archäologische Freilegung wurden hier über 1000 kostbare Kulturgegenstände gefunden, darunter antike Tonwaren, Bronzewaffen und Bronzespiegel. All diese Funde sind für das Studium der Geschichte von großer Bedeutung. Außerdem ragt hier der durchschnittlich 1150 m hohe Xuefeng-Berg empor. Auf seinem 1934 m hohen Hauptgipfel Subaoding wurde der höchste Fernsehturm Hunans errichtet. Überall in diesem Gebirgsgebiet sieht man dichte Wälder und Bambushaine, viele Wasserfälle und Karsthöhlen. Heute dient der Xuefeng-Berg als Waldpark und Naturschutzgebiet sowie als Sommerkurort und beliebtes Reiseziel.